Samstag, 2. April 2011

Glasvegas - EUPHORIC /// HEARTBREAK \\\

erschienen am 1.4.2011 über Smi Col (Sony)
Jetzt ist es da! Ein von mir lange herbeigesehntes Album "EUPHORIC ///HEARTBREAK\\\".Vorletzten Winter wurde man mit dem Nachfolger zum selbstbetitelten Erstling mit einem mehr schlecht als rechtem Weihnachtsalbum vertröstet. Als das Debut 2009 das Licht der Welt erblickte, war es für mich wie eine Offenbarung. So gefühlvoll und mit soviel schottischem Akzentcharm hat noch nie jemanden seine "Social Worker"-in besungen. Die Erwartungshaltung ist groß. Ob das komisch geschriebene neue Machwerk dem gerecht werden wird, ist mehr als fraglich. Schließlich entschieden sich die Jungs von der sehr charismatisch trommelnden Caroline McKay zu trennen. Sie wurde vermutlich auf Grund der Frauenquote durch die schwedische Drummerin Jonna Löfgren ersetzt. Aber jetzt hören wir uns erstmal das neue Machwerk erstmal an.

Beginnen tut das "Spektakel" erstmal mit einem antscheinend wieder in Mode gekommenen Intro. Schon dieser Track "Pain Pain, Never Again" zeigt in welche Richtung das Album unterwegs sein wird. Das Lied is sphärisch hallend und eher wirr. Das war nach dem Albumvorboten "Euphoria Take My Hand" schon fast zu erwarten. Aber leider hat das nichts mehr mit dem mir so liebgewonnenen Debutalbum zu tun. Aber zurück zum Anfang der zweite Track und auch gleich mein Lieblingstrack (wenn man das so sagen mag) des Albums ist "The World Is Yours". Auch hier lässt sich das Konzept der bis zur Unkenntlichkeit verzerrten Gitarren erkennen. Aber das ist im ersten richtigen Song gut gelungen und vielleicht sogar Indie-Disco-mäßig tanzbar. 

Ich habe lange hin und her überlegt ob ich jeden einzelnen Song besprechen will aber das lasse ich an dieser Stelle bleiben weil es hört sich annähernd alles gleich an. Das Konzept ist für einen Song vielleicht passend aber für ein ganzes Album wirkt das etwas überstrapaziert. Sphärische Klänge und pathetischer Gesang von James Allan reichen einfach nicht für ein komplettes Studioalbum. Die Tracks sind zu dem anstrengend lange geraten es gibt kaum einen Titel der unter vier Minuten daher kommt. Das ganze Album wirkt wie im Drogenrausch komponiert und übertrieben. Das geht oftmals gut, hier fehlen mir aber die wunderbare Pubromantik und Einfachheit des Vorgängers, der so Songs wie "Geraldine" oder "It's My Own Cheating Heart That Makes Me Cry" erst möglich machte.

Es gibt jedoch auch lichte Momente wie z.B. gegen Ende des Albums "Lost Sometimes". Hier wird nicht alles bis zum Erbrechen in die länge gezogen und der Song hat Struktur. Er baut sich langsam zum Refrain hin auf um dann die angestaute Energie los zu lassen. Gelungen!

Alles in allem lässt es sich aber mal wieder festhalten das Nachfolger von übergroßen Debutalben eine extrem heikle Geschichte darstellen. Glasvegas sind wohl daran gescheitert. Die sympathischen Schotten haben einfach den falschen Schwerpunkt gelegt. Ich werde mir in großer Hoffnung auf Besserung trotzdem das dritte Album kaufen. Daher leider nur zwei Zigaretten für "EUPHORIC /// HEARTBREAK \\\".

Wertung:

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