Donnerstag, 5. April 2012

Chromatics - Kill For Love


Nachtfahrt


01. INTO THE BLACK 02. KILL FOR LOVE 03. BACK FROM THE GRAVE 04. THE PAGE 05. LADY 06. THESE STREETS WILL NEVER LOOK THE SAME 07. BROKEN MIRRORS 08. CANDY 09. THE ELEVENTH HOUR 10. RUNNING FROM THE SUN 11. DUST TO DUST 12. BIRDS OF PARADISE 13. A MATTER OF TIME 14. AT YOUR DOOR 15. THERE'S A LIGHT OUT ON THE HORIZON 16. THE RIVER
Wer von Euch hat den Film Drive gesehen? Für mich war es einer der besten Filme des letzten Jahres. So eine dichte, zwingende Atmosphäre hat man lange nicht mehr gesehen. Einer der wichtigsten Bestandteile des Films war der Soundtrack. Los Angeles bei Nacht wurde plötzlich sehr kalt, cool. Neben dem kommenden französischen Superstar aus dem Ed Banger Schoß, Kavinsky, war es der bisher eher unbekannte Johnny Jewel, der zwei Tracks seiner Projekte „Desire“ und „Chromatics“ beisteuerte. Und um es kurz zu machen – „Kill for love“ wäre der perfekte Soundtrack für eine Drive-Fortsetzung (die es hoffentlich nie geben wird, lasst es bei der Perfektion des ersten Teils). Und man könnte auch einen kompletten Film damit untermalen, bei einer Laufzeit von rund 1,5 Stunden. Dass es dabei nicht langweilig wird, liegt an der Mischung zwischen recht kurzen, eingängigen Elektropopsongs (z. B. Kill for love, Candy, Lady) und den langen atmosphärischen Stücken (z. B. Broken Mirrors).




Das Album ist in der Tat bestens dafür geeignet, Autofahrten bei Nacht zu unterlegen. Der kühlen, elektrischen Instrumentierung mit 80er Jahre Synthies, Frauenstimme und auch mal härteren Beats, gelingt es, tagtäglichem eine filmische, herausragende Atmosphäre zu verleihen. Da wird die Fahrt auf die Alb zum ultracoolen Ereignis - kein Witz. Trotz der horrenden Spritpreise bin ich zum Soundtrack dieses Albums die letzen Nächte einfach durch die Gegend gefahren, tatsächlich ein Erlebnis. Bereits der Opener, ein Neil Young Cover, zieht einen förmlich in eine eigene Welt. Die im wahrsten Sinne des Wortes bezaubernde Stimme von Sängerin Ruth Radelet packt einen mit dem ersten Wort und läßt einen nicht mehr los. Es entfaltet sich eine sehr packende Retro Stimmung, die nie nervig oder aufgesetzt wirkt - man betrachtet diese nicht ironisch von außen, sondern wird Teil davon - das Leben wird zum Film unter diesem fantastischen Soundtrack. Und dieser wird immer besser - wie viele große Alben, ist auch "Kill For Love" ein Grower, sprich es wächst mit jedem Hören. 1,5 Stunden Musik will so ein Hirn ja auch erst mal verarbeiten. Dann wächst es aber - für mich zu einem heissen Anwärter auf das Album des Jahres - schon jetzt! Für die 100% reichts nur nicht wegen zweifachem Einsatz von Autotune.
Erhältlich ist das Ding übrigens nicht über die gängigen Wege, sondern direkt über das zwei Mann Label "Italians Do It Better" und deren Webstore - verschickt wird zwar aus den USA, das Album kostet aber gerade einmal 5 Dollar, so dass man slebst wenn man ein weiters aus dem Shop kauft (z. B. das großartige "Desire" Debut) und Versand nach Deutschland gerade mal rund 13€ bezahlt - wenn das mal nicht wirklich großartig ist, weiß ich auch nicht - frohe Ostern.

erschienen am 27. März 2012 bei Italians Do It Better


Wertung:




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