Freitag, 5. November 2010

The Weepies - Be my Thrill

erschienen am 31.08.2010 via Nettwerk


Andi und ich haben uns neulich über unterschätzte Bands unterhalten. Meiner Meinung nach ist Deutschland ja ungeschlagener bzw. unschlagbarer Weltmeister im Bands unterschätzen. Da können Musikfreunde wie ich nur neidisch über den Teich blicken – die Amis machen uns mal wieder vor: Das hier besprochene, aktuelle Werk der Weepies ist nämlich gleich in der ersten Woche auf Platz 1 der iTunes-Charts gerauscht. Und das völlig ohne wildes Single-Brimborium. Da ist es natürlich meine kulturelle Pflicht diese (von mir schon seit vielen Jahren geliebte) Band dem ignoranten deutschen Pöbel vorzustellen. ;)
Zunächst vielleicht mal ein paar Worte zum Sound: Die Songs der Weepies lassen sich vermutlich am treffendsten mit den Worten sehnsuchtsvoll, melodieverliebt und organisch bezeichnen. Wer hierzu tanzen oder rocken will, ist an der völlig falschen Adresse. Man muss schon ein Freund von Schönklang sein, wenn man sich entscheidet tiefer in der Diskografie zu wühlen, keine Frage.
Das Album selbst entscheidet sich dann auch gleich für einen melancholischen Einstieg in Form von „Please speak well of me“, bevor das Tempo mit „When you go away“ leicht angezogen wird und Deb Talan und Steve Tannen einmal mehr unter Beweis stellen, wie großartig ihre Stimmen zusammenpassen. Überhaupt, diese Platte lebt genau wie ihre Vorgänger vom kongenialen Zusammenspiel der beiden Songwriter. Eines der Highlights stellt dann kurze Zeit später „I was made for Sunny Days“, welches exakt so klingt wie es heißt. Eine wirkliche Skipmöglichkeit bietet sich auch danach nicht. Das Niveau der Songs bliebt – wie auf jedem bisherigen Album des Duos – konstant.
Ein weiteres Ausrufezeichen in Sachen stimmungsvoller Popsong setzen die beiden mit „Not a Lullaby“, einem Schlaflied für ihr im vergangenen Jahr geborenes Kind. Auch der Schlusstrack „Empty your Hands“ hat es mit dem eingängigen Refrain und dem treibenden Rhythmus in sich. Zwei Kritikpunkte habe ich aber dennoch: Erstens fehlt hier ein Übersong wie „Gotta have you“ oder „Somebody loved“ und zweitens ist das Cover für Weepies-Verhältnisse extrem unansehnlich geraten. Das hindert mich natürlich trotzdem nicht daran 4 Sterne zu zücken und mich schon jetzt auf den nächsten Streich dieser Band zu freuen. Haaach, ich sollte Bundeskulturminister werden. Mindestens. :D

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