Sonntag, 10. Oktober 2010

Troy Von Balthazar - How To Live On Nothing

erschienen am 8.10.10 über Third Side (ALIVE)



Fragt mich nicht wie ich auf dieses Album aufmerksam geworden bin. Aber es ist so schön, dass ich es geworden bin. Troy von Balthazar ist der ehemaliger Sänger der Band Chokebore, die zu ihren Hochzeiten sich im Nirvana Dunstkreis tummelten. "How To Live On Nothing" ist bereits sein zweites Soloalbum nach einem selbstbetitelten Debüt im Jahr 2006. Und wenn man es hört weiss man nicht wirklich welchen Track man jetzt denn gern auf repeat hören möchte.

Aber beginnen wir von vorn. Der erste Track "CATT" beginnt mit Löwengebrühl und geht über in einen Dialog zwischen Troy und Adeline Fargier, die die weiblichen Vocals beisteuert. Ein hämmender monotoner Drumsound in Hintergrund könnte dafür sorgen dass Viele hier schon aufhören weiter zu hören. Aber das wäre ein fehler das Album schwankt generell zwischen sehr sperrig und traumhaft leichten Pop-Songs, die für Gänsehaut sorgen. Das beweisen schon die Folgetracks "Very Famous" und "The Tigers". Inhaltlich geht es bei "Very Famous" ums Verlassen und Ersetzt werden und dass es keinen Rückweg mehr gibt wenn unser Troy dann berühmt ist. Also ähnlich wie bei "Zu Spät" von den Ärzten, nur textlich 5 Ligen darüber. In "The Tigers" geht es dann konsequenter Weise um übermäßigen Alkoholkonsum :-). Das Stück wird im Hintergrund zum Teil von Drum N' Base stellen begleitet. Was stört und verwirrt aber zum besungen Zustand passt. Darauf folgen mehrere sehr schöne folkige Stück bis das Album wieder durch "In Limited Light" unterbrochen wird. Erneut wird wieder durch überzogene Synthies und wirren Soundschnipsel das Bewusstsein für die nächsten Stücke wie die Single "Dots And Hearts" und dem Abschlusstrack "Infinity Face" sorgt. "Dots And Hearts" ist der perfekteste Pop-Song den ich dieses Jahr gehört habe. Er beginnt langsam und spartanisch. Es findet wieder ein Vocals-dialog statt. Gekrönt wird er durch Top-Lyrics wie "You could be a leader but your always alone" und eine toll gesungene Hookline. Ich bin ja eigentlich immer gegen Chöre in Songs. Damit meine ich aber meist Plumpe Effekthascherei vieler Bands die diese einsetzen. Aber der Kinderchor bildet bei "Infinity Face" einen runden Abschluss für ein ganz und gar nicht runde aber dafür umso schönere Platte.

Das Album ist anstrengend zum Teil sehr sperrig, verwirrend aber wenn man sich darauf einlässt wird es zu einem der schönsten Alben, die ich im Jahr 2010, hören durfte. Konsequenterweise daher 5 von 5 Sternen.

P.S.: Es ist sehr empfehlenswert sich die Videos anzusehen. Meiner Meinung nach sind auch sie kleine Musikvideoperlen.

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