Dienstag, 12. Oktober 2010

Weezer - Hurley

Erschienen am 13.09.10 via Epitaph

Weezerfans habens nicht leicht. Wie bitteschön soll man der Welt erklären, zu was für großartigen Songs diese Band fähig ist, wenn sie am laufenden Band fürchterliche Songs raushaut? Erinnern wir uns an dieser Stelle kurz an Grässlichkeiten wie „Can’t stop partying“ oder „I’m your Daddy“ vom dazugehörigen Murkssammsesurium „Raditude“. Da die Qualität nun schon seit dem grünen Album Jahr für Jahr weiter sank, war ich auch dieses Mal überzeugt davon, dass Weezer einem gekonnten Limbo unter der niedrigen Messlatte von „Raditude“ nicht abgeneigt waren.
Dieser Eindruck festigte sich auch dem Hörgenuss der ersten Single „Memories“ , die hier auch gleichzeitig als Opener fungiert. Ein okayer Bartgitarrensong, wie er auch auf den letzten Alben immer wieder zu finden war – nicht mehr, nicht weniger. Doch schon beim zweiten Song der Platte hatte meine Kinnlade nach langer Abstinenz mal wieder die Gelegenheit wegen eines Weezersongs runterzuklappen. „Ruling me“ ist mit seinen euphorischen Gitarren, den tollen Lyrics und dem hymnischen Refrain der beste Weezersong seit mindestens „Photograph“. Auch die folgenden Stücke „Trainwrecks“ und „Unspoken“ kann man aufgrund ihres rohen Charmes ruhigen Gewissens auf die Habenseite buchen. Gleich im Anschluss schüttelt Rivers Cuomo dann mit „Where’s my Sex?“ nochmal sämtliche Asse aus dem Ärmel, die er seit dem unerreichten „Pinkerton“ dort zu bunkern scheint. Es ist eine helle Freude die Jungs endlich mal wieder richtig rocken zu hören. Leider markiert dieser Song dann auch den Punkt, an dem die Qualität wieder zum Sinkflug ansetzt.
„Hang on“, „Smart Girls“ und „Brave New World“ sind gefälliger Collegerock auf den höchstens Liquido stolz wären und über das eiernde „Time fies“ sollte man schnellstens den Mantel des Schweigens hüllen. Das größte Ärgernis an der ganzen Platte ist die Tatsache, dass Weezer das Songschreiben nicht verlernt haben, es aber nicht auf Albumlänge durchhalten können. Dennoch ist positiv zu vermerken, dass es wieder bergauf zu gehen scheint und deswegen vergebe ich drei von fünf Sternen. Ich werde die Hoffnung jedenfalls nicht aufgeben und freue mich schon jetzt auf den 8. November. Dann erscheinen nämlich zeitgleich „Death to false Metal“ (Eine Sammlung unveröffentlichter Lieder), die Pinkerton-Deluxe-Edition (vollgepackt mit Outtakes und Bonustracks) und Cuomos drittes Solowerk „Alone 3 – The Pinkerton Years“. Weezerfans habens eben leicht.

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