Sonntag, 30. September 2012

Muse - The 2nd Law

Zum rezensieren dieses Werks habe ich mir kompetente Hilfe von der schönen Jil geholt. Herzlihen dank für die wohlüberlegten Worte zu Deinen Helden! Mal schauen ob die Leser die nicht vorhandenen Rechtschreibfehler vermissen wird. :-)



Bambambambam…



1.Supermacy 2.Madness 3.Panic Station 4.Survival (Prelude) 5.Survival 6.Follow Me 7.Animals 8.Explorers 9.Big Freeze 10.Save Me 11.Liquid State 12.The 2nd Law: Unsustainable 13.The 2nd Law: Isolated System.


Yes, mit beiden Füßen gleichzeitig springt Muse mit dem Opener Supremacy in die musige Rockpfütze, so dass der Bombast nur so spritzt. Aus dem Dreck steigt engelsgleich und von Streichern begleitet die Stimme von Matt Bellamy empor – jedoch nur um mit voller Wucht einen weiteren Anlauf in den Klang krachender Gitarren zu wagen.

Der Song könnte ohne weiteres die neue James-Bond- Theme werden – wenn das nicht sogar schon feststeht. Hier trifft Garbage’s „The World is not enough“ auf die stimmliche Untermalung von Led Zeppelins Sänger Robert Plant. Ordentlich geschüttelt, nicht nur gerührt.

Für den zweiten Song, die aktuelle Single „Madness“, habe ich erst nach dem ca. 30ten mal Anhören eine Akzeptanz entwickelt. Zu simple gestrickt, startet der Song doch erst ab Minute 3:00 richtig durch. Hier gehen die Meinungen anscheinend auseinander, denn Chris Martin von Coldplay behauptet, dies sei der beste Muse-Song ever.




Vollkommen unerwartet kommt „Panic Station“ daher: Funkige Zeitreise in die 80er, Abstecher bei Prince und dem Slapbass. Der bislang eingängigste Muse-Song meiner Meinung nach, da ich ihn schon nach einmaligen Anhören als Ohrwurm im Kopf hatte. Beste Voraussetzung für einen großen Radiohit - auch wenn das vermeidliche f-Wort wohl ausgebeept werden muss. 

Es folgt ein Prelude, bei dem Bellamy den Chopin zum Besten gibt. Ohne Unterbrechung gleitet der Song in den Nächsten, die allseits bekannte Olympia-Single „Survival“. Hier wird mal wieder mit vollen Händen aus dem wohl unendlichen Muse-Bombast-Kanister geschöpft und ordentlich mit Queen-Konfetti gespickt. Eine wahre Eierlegendewollmilchsau, die musikalisch so ziemlich alles kombiniert, was in den letzten Jahrhunderten in der Musikzeitgeschichte passiert ist. Genug Angriffspunkte um der Zerreiß-Liebling der Kritiker zu sein.

Die ersten Sekunden von „Follow me“ werden  nicht etwa von galaktische Roboterponys untermalt, die im Studio über das Mischpult galoppiert sind (hätte mich nach Knights of Cydonia nicht gewundert), nein, es sind die Herzschläge des Bellamy Junior, Bing, welcher sich zum Zeitpunkt der Aufnahmen noch im Bauch von Kate Hudson befand. Eine Ode ans Vatersein, dessen kommerzieller Dance-Beat sich zeitweise in den Herzschlag eines Baby-Dubsteps zu entwickeln scheint. Wahre Vatergefühle oder Couvade-Syndrom?

„Animals“ ein innovativer 5/4 getakter Song erinnert an die guten alten Origin of Symmetry-Zeiten. Einflüsse von Queens oft the Stoneage sind erkennbar während die Gier der Menschheit besungen wird: „Animals, We’re animals, Buy when blood is on the street.“

Dann der erste und auch letzte Crooner des Albums: “Explorers“. Ein einlullender Lullaby, plain und simple: "Shh, Go to sleep". Der nächste Song “Big freeze” weckt mich um U2 Uhr und ich frage mich, wo ich bin. Anscheinend dort, wo die Straßen keine Namen haben. Das sagen zumindest Bono & Co.

Um die Verwirrung zu perfektionieren, stimmt nun Bassist Christopher Wolstenholme gesanglich „Save Me“ an. Wie eine Werbeunterbrechung reißt der Song eine Schneise in das Album, die sogar für mich als eingefleischten Muse-Fan eher nach einer neuen Single von Radiohead klingt. Mir scheint, als fehle ein Instrument im Wolstenholme‘schen Debut… ach ja, ich fürchte dieses Instrument ist Matt Bellamys Stimme. 

Chris' zweiter Song „Liquid State“, in dem er lyrisch seine vom Alkoholismus geprägten Vergangenheit verarbeitet, knüpft musikalisch an das Vorgängeralbum The Resistance an. Erinnerte seine Stimme im vorherigen Lied noch an Thom York, ist nun ein Josh Homme nicht abzustreiten.

Vorab auch schon als Promo-Trailer für das Album veröffentlicht, folgt The 2nd law: Unsustainable. Der Song, der einer Audioaufzeichnung eines Dokumentarfilms mit unterlegtem Dubstep gleicht, sorgte für viel Aufregung unter den Fans, dass so manch einer sein Muse-Handtuch werfen wollte. Dabei kombiniert der Song einfach nur Teile, die für nicht kombinierbar gehalten wurden: Dubstep mit Streichern, Sprache mit Filmmusik – das war wohl das, was noch im musischen Bombast-Kanister übrig geblieben ist und nun als Reste-Süppchen vor sich hin köchelt.

Den Abschluss macht „The 2nd Law: Isolated System”: Auf ein ausgedehntes Piano-Intro folgt in bekannter Builder-Manier ein Instrumentalstück, welches vor der Album-Veröffentlichung stückchenweise den Fans präsentiert wurde. In dem so genannten ‚Social Connectome Project‘ wurde die Muse-Fanbase grafisch in regenbogenfarbenen  Nervenfasern des Hirns zusammengeschlossen, ein Bild, das es sogar aufs Albumcover geschafft hat.

Fazit: Das gute Pulver wurde am Anfang verschossen (Supremacy, Panic Station), Chris übernimmt mal in Matts Pipi-Pause das Mikro und das Doppel-Song-Outro kommt leider bei weitem nicht an das Exo-Genesis-Triplett von The Resistance heran.

Ach, was bin ich streng mit meinen Lieblingsschülern. Selbst dran schuld, haben sie doch meine Erwartungen und Ansprüche in über einem Jahrzehnt immer höher geschraubt. Aber wir wollen mal nicht so sein: 80% meiner  Nicht-Raucher-Zigarette
  
Wertung:
 


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