Samstag, 19. März 2011

Elbow - Build a Rocket Boys!

erschienen am 4. März via Fiction


Herzlich wilkommen zu Marcos großer Banausenshow! Das Format, das die ganze Indiegemeinde mit erschlagender Regelmäßigkeit gegen sich aufbringt. In der heutigen Episode möchte ich mich gern mit der band Elbow beschäftigen. Und im Gegensatz zu anderen Helden des Indie-Feuilletons (Trail Of Dead, Mars Volta, ect.) habe ich bis jetzt jeglichen Output der Briten geliebt. Da sich aber nun auch zum neusten Werk die Rezensenten allerorts vor Freude in die Hosen machen, wird es Zeit an dieser Stelle mal ne andere Meinung über "Build a Rocket Boys" kund zu tun.

Gemächlich findet das Album mit achtminütigen "The Birds" einen sehr unkonventionellen Einstieg. Die Hoffnung, dass d
er Song nach mehrmaligem Hören noch wächst, hab ich nach dem sechsten Durchgang aufgegeben. Ähnlich verhält es sich dann leider auch mit dem Rest des Albums. Die Elbow-Fingerübung "Lippy Kids" ist nett, nicht mehr nicht weniger und das anschließende "With Love" ist zwar schön anzuhören, aber der gleiche Songgedanke wurde mit "Grace under Pressure" schon einmal viel besser Umgesetzt - von der gleichen Band, wohlgemerkt.

"Neat Little Rows" gefällt mit ein paar geschlagenen Haken, ist aber als erste Single völlig ungeeignet. Überhaupt, wo bitteschön ist eigentlich hier die Arschtrittnummer in der Tradition von "Leaders of the Free World" oder "Grounds for Divorce"? Wer der rauheren Seite von Elbow je etwas abgewinnen kon
nte, wird sich hier sehr schnell verschaukelt fühlen, denn die Platte will einfach keine Fahrt aufnehmen. Songs wie "Jesus Is a Rochdale Girl" oder das abschließende "Dear Friends" sollte man auf keinen Fall Nachts übermüded im Auto hören. Man schläft garantiert sofort ein, weil einfach nichts passiert.

Einen kleinen Lichtblick gegen Ende stellt einzig "The Night will always win", in dem Elbow gekonnt ihre Stärken ausspielen können, dar. Gefühlvoller Gesang, tolle Lyrics und ganz großes Songwriting - warum nicht mehr davon? Keine Ahnung, jedenfalls bekommt man mit "High Ideals" und "The River" gleich nochmal zwei lahme Enten vorgesetzt.

Unterm Strich heißt das: Zwei Zigaretten, mit einem Höchstmaß an Wohlwollen - und der Hinweis an die liebe Leserschaft die Drohbriefe am besten gleich in der Kommentarbox zu hinterlegen.






Wertung:


Kommentare :

  1. (leider) volle Zustimmung. Was für ein merkwürdig uninspiriertes, langweiliges Album. Schade.

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  2. ... dann sind wir ja immerhin schon zu zweit gegen den Rest der Welt ;)

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  3. haha ich hab mir letztens auf einer Heimfahrt das Album vorgenommen und alles handschriftlich skiziert ist ziemlich identisch mit Deiner Meinung.

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  4. Der Kommentar wurde von einem Blog-Administrator entfernt.

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