Mittwoch, 27. Juli 2011

Big Talk - Big Talk

erschienen am 15 Juli via Epitaph

Neulich hab ich mich zu der Aussage hinreißen lassen, dass es keine Band gibt, die sich pro Album so konsequent verschlechtert hat wie Art Brut. Bei genauerem Nachdenken muss man allerdings zu dem Schluss kommen, dass sich die Jungs die geoldene Backpflaume in dieser Kategorie teilen müssen – und zwar mit den Killers. Nachdem Frontman Brandon Flowers im vergangenen Jahr mit seinem Soloalbum „Flamingo“ viele, aber längst nicht alles richtig gemacht hat, steht uns nun das Album des Killers-Drummers Ronni Vannucci Jr. alias „Big Talk“ ins Haus. Bei so viel heißer Luft im Bandnamen bleibt man natürlich erst mal skeptisch.

Das Opener „Katzenjammer“ lässt auf die Großspurigkeit allerdings Taten folgen und serviert dem Hörer ein treibendes Groovemonster, das entfernt an den Killers-Evergreen „Jenny was a Friend of mine“ erinnert. Auch die erste Single „Getawaysgelingt mit ihrem Ohrwurm-Refrain und der richtigen Mischung aus 80er-Jahre-Einflüssen und Rock ganz vorzüglich. Das darauf folgende „Under Water“ prescht ebenfalls nochmal schön nach vorne, bevor mit „The next one living“ etwas ruhigere Töne angeschlagen werden.

Vannucci bewegt sich dabei sowohl stimmlich als auch soundtechnisch stets im Kellers-Universum und im Verlauf des Albums erwischt man sich dabei mal nachzuschauen, wer eigentlich die ganzen Killers-Hits geschrieben hat. Irgendwie geht man da ja meistens vom Frontmann aus. Da man in den Booklets jedoch nur den Vermerk „written by The Killers“ findet, kommt einem so langsam der Gedanke, dass sich dahinter vielleicht doch ein anderer Haupteinfluss verbrigt, als der von Brandon Flowers.

Auch auf der zweiten Hälfte des Longplayers bekommt man einiges geboten. „Replica“, der beste Song der Platte, hat alles, was eine perfekte Stadionhymne braucht, „White Dove“ begeistert mit toller Melodie und „Hunting Season“ darf in Zukunft gerne die Dancefloor der Indiediscos rocken. Auch das Abschlussdoppelpack aus „A Fine Time to need me“ und „Big Eye“ passt wie die Faust aufs Auge. Kurz gesagt: Das beste Killersalbum seit „Hot Fuss“ oder: Große Klappe, viel dahinter!


Wertung:


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