Freitag, 15. Juli 2011

Incubus - If not now, when?

erschienen am 8. Juli via Sony Music

Man nehme die Musik einer großartigen Rockband und stecke sie in die Waschmaschine. Ordentlich Ariel und Weichspüler rein und mindestens eine Stunde lang bei 50°C laufen lassen. Danach schön in der Sonne trocknen lassen und schon kann man sich das neue Incubus-Album in den Schrank legen.

Schon der Titelsong zelebriert unhörbares Gewimmer. Man braucht schon starke Neven, um sich das die vollen 5:05 Minuten anhören zu können. Am folgenden "Promises, Promises" hängt zwar kein Dreck mehr, aber es ist wenigstens noch ein bisschen verknittert. Bereits bei "Friends and Lovers" sitzt die Bügelfalte dann wieder wie angegossen und die Vokale werden derart lang gezogen, dass Thees Uhlmann vor Neid erblassen würde. Jetzt wär sowas wie ne Melodie nicht schlecht. Die bekommt man leider erst in Ansätzen bei der luftigen Ballade "Isadore", aber auch hier klingt die Produktion nach Blechtrommel. Schon bei "The Original" schlafen einem aber bereits wieder die Füße ein. Ich würde so weit gehen zu behaupten, jedes André-Rieu-Album hat mehr Pfeffer im Hintern als diese Aneinanderreihung von vor sich hinplätschernden Schlafliedern. Beim 7 1/2-minütigen "In the Company of Wolves" gesellt sich noch ein wenig zielloses Geklimper zu dem grauen Brei und schafft es, das Ganze noch eine Spur nerviger klingen zu lassen. "Switchblade" ist dann für "If not now. when?"-Verhältnisse fast ein Rocksong - aber auch nur fast.


Mit "Adolescents" und "Tomorrows Food" fällt die Platte dann wieder ins Koma und schleppt sich gemächlich nach einem Outro, das gefühlte Ewigkeiten dauert, über die Zielgrade. Wie kann eine Band, die Großtaten wie "Talk Shows on Mute", "Warning", "Are you in?" oder "Drive" zu verantworten hat, nur so etwas aufnehmen und zur Veröffentlichung freigeben?! Eigentlich bewerte ich Alben ja frühestens nach dem dritten Durchgang, aber mich bekommen keine zehn Pferde dazu, mir diesen Quark nochmal von vorne anzuhören. Und was gibt das? Eine Zigarette und einen Verriss, der sich - pardon - gewaschen hat.


Wertung:




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