Montag, 26. September 2011

The Kooks - Junk of the Heart

erschienen am 9. September 2011 via Virgin 
Sommer 2005 - da war die Welt noch in Ordnung. Dem Euro gings gut, das Wetter stimmte und die Kooks begsiterten den geneigten Indie-Hörer mit lässigen Songs wie "She moves in her own Way" oder auch "Naive". Wem da nicht die Sonne aus dem Allerwertesten schien, dem war auch nicht mehr zu helfen. Auf dem zwei Jahre später erschienene Nachfolger "Konk" zelebrierten die Jungs dann Stagnation auf hohem Niveau - der Sound klang erwachsener und dennoch warf die Scheibe wieder ein paar unverschämt gut gelaunte Popsongs ab. Für ihr aktuelles Werk haben sie sich nun drei Jahre Zeit genommen und in fast jedem Interview dazu hört man Luke Pritchard, den Kopf der Truppe, über die elektronischen Einflüsse schwardonieren. Wir stürzen uns also mit einer vorsorglich hochgezogenen Augenbraue ins Hörvergnügen.

Die aktuelle Single "Junk of the Heart" leitet das Album verhalten und mit einigen Mollakkorden ein, kriegt aber doch noch die Kurve zu einem tollen Refrain. Gewöhnungsbedürftig, aber gar nicht schlecht. Mit "How'd you like that" erhält dann auch schon beim zweiten Song der bekannte Kooks-Sound Einzug. Nichts besonderes, aber prädestiniert für Autos mit runtergekurbelten Scheiben. Beim etwas ruhigeren Folgelied "Rosie" hört man deutlich die Einflüsse der Kinks heraus bevor die Jungs mit "Taking Pictures of you" eine großartige Hängemattenballade aus dem Ärmel schütteln. 

Das eintönige und stumpfe "Fuck the World off" und das kurze Streicherintermezzo "Time above the Earth" kann man getrost in die Tonne kloppen, danach heißt es aber wieder Ohren gespitzt, denn mit "Runaway" macht die Band ihre Elektro-Drohungen wahr. Das Geplucker wirkt dann auch leider genauso deplaziert, wie ich das im Vorfeld befürchtet hatte. Der Song wäre im typischen Kooks-Soundgewand ein Hit - so reichts leider nicht über das Prädikat "obskures Experiment" hinaus. Die Vorab-Single "Is it me" macht im Anschluss dann wieder einiges richtig, besonders was Tempo und Lyrics angeht.


 
 
Gegen Ende kommt mit dem skizzenhaften, wunderhübschen "Petulia" nochmal richtig Lagerfeuer auf und mit dem unpassend betitelten "Eskimo Kiss" spendieren die Kooks uns dann doch noch barmherzigerweise einen Bilderbuchsommerhit. Das finale "Mr Nice Guy" gefällt ebenfalls dadurch, dass es dem Bandsound einige neue Facetten verleiht. Im Großen und Ganzen kann man hier also von einem guten Album sprechen, das sicherlich enorm wichtig für die Weiterentwicklung der Band war. Wir halten also fest:

Kooks in Moll? Geht.
Kooks mit Geplucker? Geht nicht.

So, jetzt nimmt sich dann bitte jedes Bandmitglied ne Zigarette und dann ab auf die Bühne.
Wertung:

Kommentare :

  1. PS: Das ist jetzt übrigens der Monat mit den bisher meisten Blogeinträgen

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