Montag, 26. September 2011

The Rifles - Freedom Run

erschienen am 16.9 via Right Hook Records (EMI)


Es ist ca. ein Jahr her da bekam ich über Facebook eine Nachricht. Die Rifles lösen sich auf. Schockschwerenot da blutet mein kleines Britpop-Herz. Gottseidank kann man selber lesen und somit dann erleichtert feststellen, dass nur Bassist Rob Pyne und Schlagzeuger Grant Marsh die Band verlassen. Naja dachte ich, den größten Einfluss auf das Songwriting haben die beiden ja nicht gehabt. Komischerweise wurden beide durch ein vorher nicht vorhandenes Keyboard, das nun von Dean Mumford gespielt wird, ersetzt. Kann das Gut gehen kann ein Keyboard, Drums und Bass ersetzen man darf gespannt sein. Hier stellt sich die uralte Frage: Mensch vs. Maschine!

Schon beim ersten Song "Dreamer" wird klar dass es im Vergleich zu "No Love Lost" oder "The Great Escape" wesentlich poppiger zugeht. Ecken und Kanten sind annähernd komplett wegproduziert. Pop kann ja auch gut sein aber gerade am Anfang von "Freedom Run" wirkt das doch alles etwas zu beliebig. Es fehlt generell eine gewissen Edginess von z.B. meinenm Lieblings-Rifles-Song "Robin Hood". Mal steht die elektronische Snare , mal ein eingänge Keyboardspur ("Long Walk Home") im Mittelpunkt der Songs. 

Eins haben die Rifles jedoch beibehalten ihren Sinn für tolle Hooklines auch wenn, diese früher besser in Szene gesetzt wurden. Irgendwie fehlt auch hier Größe und Pathos. Da helfen auch die gelegentlich auftauchenden Streicher nicht wirklich. Wie bei den Rifles üblich, erkennt man ihre Vorbilder  in vielen Songs -  The Who, The Smith eben Manchester Britpop. Nicht die schlechtesten Bezüge aber trotzdem alles irgendwie weichgespühlt. "Tangled Up In Love" und "Love Is A Key" dienen als Beleg dieser Bezüge aber auch als Beleg für schrecklich schmierige Texte. Ich hab das Album jetzt 3-mal durchgehört irgendwie finde ich trotz intensiver Suche Nichts das irgendwo kleben blieb. Es fehlen die Riesenhits wie "Local Boy" oder "Romeo & Julie", die einem nach einem mal hören, direkt wochenweise durch die Gehörgänge schleichen. Gefällige Popsongs ja! Hit nein!

Ich bin ja eigentlich Freund von schönen Mitgröhlhymnen aber diese gewollten, feucht-fröhlichen, Singalonghymnen bekommen mich nicht wirklich. Daher tut es mir Leid für die Rifles aber... beschafft euch wieder ne Band, wegen mir dürft ihr auch das Keyboard behalten. Vielleicht ist die Zeit der guten Rifles vorbei vielleicht auch nicht. Aber so reichts leider nur für zwei Kippen. 

Wertung:


Kommentare :

  1. Genau meine Meinung ... ich war auch sehr enttäuscht. Du hast vergessen über das grässliche Cover herzuziehen ;)

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  2. Stimmt hat sowas von so nem norwegischen Soft-Gruftie-Pop-Album, wie z.B. HiM sie verbricht.

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  3. Ich hab leider noch nicht geschafft rein zu hören. Über die Musik an sich kann ich also noch nichts sagen. Das Cover möchte ich aber in Schutz nehmen. Ich finde es schick. Aber so sind Geschmäcker eben verschieden, Marco. :)

    Dean Mumford klingt auch wie ne andere Band.

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