Sonntag, 9. Oktober 2011

Blink 182 - Neighborhoods

erschienen am 23. September via Universal


An dieser Stelle ist es wohl mal an der Zeit meine beiden Hauptzuständigkeitsbereiche auf dieser Plattform zu erläutern. Ja, richtig gehört, ich habe zwei. Neben meiner Tätigkeit als Scharlachroter-Rächer all derer, die sich nicht trauen Kaspern wie Björk, Tom Yorke oder The Mars Volta ob ihrer "Kunst" ordentlich die Meinung zu geigen, bin ich ebenfalls offizieller Bad-Taste-Beauftragter von Cigarettes In Hell. Da ich mich nun schon eine Rezension des neuen Limp-Bizkit-Werkes verkneifen konnte, kommt jetzt hier die ultimative Bewertung des neuen Blink-Albums. Sorry liebe Lads, Mods und sonstige Britpoper - da müsst ihr nu halt durch!

Nachdem ich immernoch der Meinung bin, dass der selbstbetitelte Vorgänger dieses Albums eine der wichtigsten LPs der Nullerjahre war (Ich geh sogar noch einen Schritt weiter: "
I miss you" ist einer der zwanzig schönsten Songs, die je geschrieben wurden! Eat this, Noel!), war ich natürlich besonders gespannt auf den Soundtrack zur Blink-Reunion. Mit "Ghost on the Dancefloor" wird dann auch gleich der Faden aufgehoben, den man damals mit "I'm lost without you" fallen ließ. Ein dunkler, grooviger Rocksong - und gut ist er obendrein. "Natives" haut danach in die gleiche Kerbe und gibt nach knapp vier Minuten den Weg zur 08/15-Vorab-Single "Up all Night" frei. Hätte auch eine B-Seite des Vorgängers sein können, ist dazu aber etwas zu schlecht.

Auch "After Midnight" hinterlässt einen mit flauem Gefühl im Magen. Der Kaumgummi-Sound des unsäglichen Cinemascope-Projekts von Tom DeLonge, Angels and Airwave, klebt sich immer mehr im Songwriting fest. Eine Tatsache, die sich - abgehen von "Heart's all gone", für das die Truppe nochmal die alten Fun-Punk-Muskeln spielen lässt - im Laufe des Longplayers immer weiter manifestiert.


Hier kommen wir dann auch gleich zum Hauptproblem des Albums: Fast alle Songs brüllen einem ein "Schau her, wie erwachsen wir sind!" ins Gesicht. Das ist ja auch schön und gut, jedoch ersetzt eine erwachsene Intrumentierung noch lange keine guten Songs und an denen mangelt es hier an allen Ecken und Enden. Lieder wie "Snake Charmer" und "Kaleidoscope" sind aus guten Ideen entstanden, die einfach nicht zu Ende gedacht wurden. Wenn man bedenkt, dass sich die drei fast zwei jahre im Studio verschanzt haben, fragt man sich nun allen ernstes, wofür. Zu allem Überfluss hat man den besten Song "
Even if she falls" auch noch als Bonustrack für die Deluxe-Edition verbraten. Jammerschade, den dieser bündelt perfekt die Stärken der Gruppe und zeigt, welches Potential noch in den Herren aus San Diego steckt.

Es bleibt mir nun nur der Sprung in mein erstes Metier und ich muss der Band das gleiche ins Gesicht brüllen wie Tom Yorke & Co: Scheißt auf den arty Kram und schreibt endlich wieder gute Songs, verdammt nochmal!


Wertung:

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