Dienstag, 18. Oktober 2011

M83 - Hurry Up We're Dreaming!

erschienen am 14.10.2011 über Naive (Indigo)
In Zeiten wo man sich dran gewöhnt hat mit selten mehr als zehn Songs pro Album auszukommen fällt ein Doppelalbum wie das neue von M83 besonders auf. 22 Songs! verteilt auf 2 CDs ein klassisches Doppelalbum. Doppelalben haben meist ein Problem. Die Dichte. Damit meine ich dass sich bei 22 Tracks im normalfall doch etliche Lückenfüller finden. Ob das auch bei "Hurry Up, We're Dreaming." so ist wird sich zeigen.

Die Band M83 wird im sogenannten Dreampop verortet. Ich persönlich bin dagegen die Grundmusikstile über alle Maßen zu strapazieren aber in M83s Fall trifft der Begriff absolut zu. Das war schon bei den Vorgängeralben "Saturday=Youth" als auch bei dem selbstebeitelten Debut der Franzosen so. So geht das bombastische "Hurry Up, We're Dreaming." auch direkt mit einem epochalen, eingeflüsterten Intro los. Gefolgt von dem Track "Midnight City", der sich mit einem ryhtmisch gesampleten Schrei irgendwie doch in den Gehörgang bahnt und etwas an das erste MGMT Album erinnert.




Das Anthony Gonzales mit dem neuen Werk nichts anderes als einen neuen Meilenstein im elektronischen Pop setzten wollte merkt man dem Album durch alle Songs hinweg an. Das sphärische "Wait" fällt jedoch aus diesem Gigantismus etwas heraus. Auch wenn es sehr hallig ist, ist es ein einfacher, schöner Song geworden. Generell hört man auf dem neuen Album sehr viele Orgeln, Synthies und verzerrte Stimmen und selten so klare Gitarren wie beim letzten Song der ersten CD. "Soon My Friend" wäre wohl ein perfekter Abschluss für ein sehr gutes 11-track langes Album geworden. Er klingt wie ein rausschmeißer mit pathosgeschwängerten Trompeten. Also wieso nicht hier aufhören?

Nun ja leider geht es weiter... Wie bei ganzen 22 Songs zu erwarten war ist jedoch auch sehr viel Füllmaterial dabei. Gerade bei CD Nr. 2 finde ich gerade mal zwei Songs die. ich ohne bedenken wieder auflegen würde. Diese wären der Vollständigkeit halber "Fountains" und "Echoes Of Mine" ... achja und das "Outro" rundet das epochale Doppelalbum ab. 

Hätte man alle guten Tracks auf ein Album gepackt wäre ein tolles 12-trackiges Meisterwerk daraus geworden. Leider kommt das jetzt etwas überlden daher. Es fühlt sich bei den ganzen Songs so an als hätte man somewhere along the way den Faden verloren. Denn CD Nummer 2 fühlt sich ebenfalls an wie ein eigenständiges Album mit Introsong ("My Tears Are Becoming A Sea") und Outro. Zieht man beide Alben bei der Bewertung in betracht kommen daher auch leider nicht mehr als drei Zigaretten raus. Bombast, Gigantismus und Transzendent anmutende Texte hin oder her. Manchmal ist weniger einfach mehr.

Wertung:

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